Reifenwechsel: Was Sie beachten sollten

Der Reifenwechsel ist einer der wichtigsten und häufigsten Gründe für den Besuch einer Autowerkstatt. Bei ChipsAway erfahren Sie welche Kosten dabei auf Sie zukommen, wann und wie oft Sie einen Reifenwechsel in Erwägung ziehen sollten und wie Sie diesen im Handumdrehen auch selbst bewerkstelligen.

Warum müssen Reifen regelmäßig gewechselt werden?

Die Aufstandsfläche eines jeden PKWs auf allen vier Reifen gleicht in etwa der Größe eines DIN A4-Blattes. Die Kraft der Beschleunigung, des Bremsvorgangs und der Seitenkräfte werden auf diese kleine Fläche übertragen. Deshalb ist es umso wichtiger, den Autoreifen die notwendige Beachtung zum richtigen Zeitpunkt zu schenken. Aber was ist der Grund, weshalb die Bereifung gewechselt werden muss? Warum gibt es Sommer- und Winterausführungen der scheinbar gleichen Reifensorte? Warum ist es wichtig, das richtige Profil und die richtige Größe zu wählen und wann müssen Sie den Fachmann aufsuchen?

Vergleichen Sie einen Reifenwechsel mit anderen Reparaturen am Fahrzeug, erscheint er relativ simpel. Deshalb kann er mit ein paar Kniffen auch ohne jegliche fachmännische Hilfe durchgeführt werden. Hier gilt aber trotzdem, dass Sie im Zweifelsfall immer eine professionelle Werkstatt zu Rate ziehen sollten. Insbesondere beim Auswechseln der Reifen, wenn beispielsweise die Abnutzung zu groß ist, empfiehlt sich das Fachwissen eines Profis. Es ist stets wichtig, dass Sie sich über die besonderen Eigenschaften und Kosten von verschiedenen Reifentypen informieren, um immer sicher auf den Straßen unterwegs zu sein.

Der wohl wichtigste Faktor dabei ist die Witterung. Darunter fallen Nässe und Beschaffenheit der Fahrbahn sowie die Außentemperatur. Hauptsächlich unterscheiden sich die verschiedenen Reifen im Profil und ihrer Gummimischung. Autoreifen werden in drei Klassen eingeteilt: Sommer-, Winter- oder Allwetterreifen. So ist die Gummimischung des Sommerreifens weitaus härter als die des Winterreifens, weil die höheren Temperaturen im Sommer zu größeren Belastungen der Innenstruktur führen. Wenn Sie also Winterreifen im Sommer abfahren, riskieren Sie nicht nur einen höheren Abrieb des Gummis, sondern auch einen längeren Bremsweg, der im Zweifelsfall den Unterschied ausmacht. Unterdessen sind Winterreifen mit vielen Lamellen versehen und darauf ausgelegt, sich in Schnee und Eis zu verzahnen, ähnlich wie bei einem Eiskletterschuh. Der Allwetterreifen hingegen ist ein Allrounder, der die Eigenschaften beider Reifentypen vereint.

Es ist also unabdingbar, die Reifen spätestens beim Wechsel der Jahreszeiten anzupassen. Sie sollten aber auch Abrieb und Verschleiß stets im Auge behalten. Wenn das Profil der Reifen zu sehr abnutzt, kann selbst der beste Winterreifen bei rauer Witterung nicht mehr standhalten.

Reifen muss gewechselt werden

Was kostet ein Reifenwechsel?

Die Kosten eines Reifenwechsels variieren je nach Autowerkstatt und Ort. Den Service des reinen Reifenwechsels, wie beispielsweise von Sommer- auf Winterreifen oder umgekehrt, können Sie für durchschnittlich 24,70 Euro pro Reifen in Anspruch nehmen. Wenn Sie allerdings neue Reifen brauchen, oder sichergehen wollen, dass die Wuchtgewichte der Reifen bei eventueller Abnutzung noch korrekt liegen, und dass auch die Alufelgen passend angebracht sind, müssen Sie deutlich tiefer in die Tasche greifen. Mit einem Preis von durchschnittlich 60,80 Euro pro Reifen können Sie für diesen Service rechnen. Allerdings werden die neuen Reifen fachgeregt angebracht und gesondert ausbalanciert, um einen optimalen Schutz auf der Straße zu garantieren. Wenn Sie die neuen Reifen vor Ort in der Autowerkstatt kaufen, lassen sich die Kosten des Reifenwechsels zusätzlich reduzieren – egal ob mit oder ohne Auswuchtung und Felgenwechsel.

Wie lange dauert ein Reifenwechsel?

Wenn Sie den Reifenwechsel von einem Fachmann in einer Autowerkstatt durchführen lassen, sollte er normalerweise nicht länger als 15 Minuten in Anspruch nehmen. Die Handgriffe und selbst das Auswuchten der Reifen und Räder werden in Meisterbetrieben sprichwörtlich mit Links ausgeführt. Sollten Sie allerdings in Betracht ziehen, die Reifen ihres Automobils selbst zu wechseln, sollte mehr Zeit eingeplant werden.

Wann sollten Autoreifen am besten gewechselt werden?

Als ungeschriebener Grundsatz unter Autofahrern gilt: Von Oktober bis Ostern (von O bis O) ist der richtige Zeitraum, um die Winterreifen zu nutzen. Als weitere Faustregel gilt der Sieben-Grad-Grundsatz: Unter sieben Grad Celsius operiert der Materialmix des Winterreifens am besten, während er bei Temperaturen darüber an Effektivität verliert.

Diese simplen Gesetze haben bei einer Polizeikontrolle oder im Falle eines richtigen Unfalls jedoch keine Wirkung. Wenn Sie sich absichern wollen, sollten Sie sich stets nach dem geltenden Recht beziehungsweise der Straßenverkehrsordnung erkundigen. Diese besagt: Bei einem zugelassenen Höchstgewicht von 3,5 Tonnen des Kraftfahrzeugs müssen Sie vom 1. November bis zum 15. April die Winterreifen gebrauchen, insbesondere bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen. Alternativ sind auch Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern zugelassen. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Fahrbahn ununterbrochen von Schnee oder Eis bedeckt ist.

Dennoch sollten Sie auch hier beachten, dass diese Regelung nur bei winterlichen Fahrverhältnissen gilt. Sollten sich die Temperaturen und die Witterungsverhältnisse innerhalb dieses Zeitraums auf beispielsweise herbstliche oder frühlingsgleiche Standards verändern, sollten Sie weiterhin Sommerreifen nutzen. Diese haften während eines Starkregens zum Beispiel besser auf der Straße als das winterliche Äquivalent. Das Gleiche gilt natürlich auch, wenn Sie ihr Fahrzeug während dieser Zeit nicht nutzen.

Verschiedene Reifentypen im Überblick

Wenn Sie sich einen Autoreifen genauer ansehen, erkennen Sie oft eine Zahlen- und Buchstabenreihenfolge, die wie folgt aussehen könnte: 225/45 R17 91Y. Diese lässt sich ganz einfach entschlüsseln und hilft Ihnen dabei, den richtigen Reifentyp für ihr Fahrzeug zu finden.

Die ersten drei Ziffern des Codes (225) geben die Reifenbreite in Millimetern an. Die anschließende Zahl (45) beschreibt den Profilquerschnitt. Dieser gibt in Prozent das Verhältnis von der Höhe der Flanke zur Breite der Lauffläche an. Das „R“ steht in diesem Fall für „Radialreifen“ – die heutzutage gängige Bauart für Reifen. Die nachfolgende Zahl (17) gibt den Reifendurchmesser in Zoll an. Die letzte Zahl (91) steht für den Tragfähigkeitsindex, der sich auf die Maximalbelastung des einzelnen Reifens bei einem bestimmten Reifendruck bezieht. Das abschließende „Y“ steht für den Wert auf dem Geschwindigkeitsindex. In diesem Fall ist der Reifen für eine Maximalgeschwindigkeit von 300 km/h ausgelegt.

Das Schneeflockensymbol finden Sie ausschließlich auf staatlich geprüften Winterreifen, während die Buchstabenkombination „M/S“ oft auch auf Allwetterreifen aufgedruckt ist. Die ebenfalls vermerkte DOT-Nummer (Department of Transportation, Verkehrsministerium der USA) eröffnet Ihnen, wann der Reifen hergestellt wurde. Die Nummer „2519“ verrät Ihnen beispielsweise, dass der Reifen in der 25. Kalenderwoche 2019 gegossen wurde.

Reifen Zahlen verstehen

Anleitung: Reifen selber wechseln

Beim eigenständigen Reifenwechsel gibt es einige Dinge, die Sie bereits vorab beachten sollten. Neben der Selbstverständlichkeit, sich an das geltende Recht bezüglich der Winter- und Sommerreifenpflicht zu orientieren, sollten Sie immer auf die Profiltiefe der Reifen achten, die Sie wechseln wollen. Winterreifen müssen eine Mindestprofiltiefe von 4 Millimetern und Sommerreifen von 2,5 Millimetern aufweisen. Sollten Sie den Reifen nicht fachmännisch aufziehen oder gegen eine der Verordnungen verstoßen, kann die KFZ-Versicherung beim Nachweis die Zahlung im Falle eines Unfalls verweigern. Des Weiteren sollten Sie sicherstellen, dass sie zwei Sätze an Felgen zur Verfügung haben. Wenn Sie den gleichen Satz für alle verwenden, sollten Sie sich an einen Fachmann wenden.

Um den Reifenwechsel relativ schnell durchführen zu können, benötigen sie eine Reihe an Utensilien und Werkzeugen. Diese umfassen einen Wagenheber, einen Radschlüssel beziehungsweise ein Radkreuz, einen Drehmomentschlüssel und Kreide zur Kennzeichnung der abgenommenen Autoreifen.

So funktioniert der Reifenwechsel:

1. Zuerst sollten sie alle benötigten Hilfsmittel in unmittelbarer Nähe positionieren, um schnell und effizient arbeiten zu können. Dies umfasst sämtliche Radmuttern, das Radkreuz, den Wagenheber und den Drehmomentschlüssel.

2. Nun müssen Sie die Handbremse des Autos ziehen und den ersten Gang einlegen. Bei Automatikgetriebe bedeutet das, den Hebel auf „P“ zu stellen.

3. Jetzt entfernen Sie die Radkappe der Räder mithilfe des spitzen Endes des Radschlüssels.

4. Lösen Sie nun die Radmuttern um eine halbe Umdrehung.

5. Nachdem Sie all dies getan haben, kommt endlich der Wagenheber ins Spiel. Je nach Modell wird er anders an das Fahrzeug angesetzt. Schauen Sie sich die Bedienungsanleitung dazu genau an und setzen Sie das Gerät fachgerecht an die dafür vorgegebene Stelle an, um Beschädigungen an der Karosserie zu vermeiden. Anschließend heben Sie das Fahrzeug bis auf eine angenehme Montier-Höhe für Ihren Reifen an.

 

Wagenheber

6. Schrauben Sie nun die bereits gelösten Radmuttern komplett ab.

7. Jetzt können Sie das Rad abnehmen. Denken Sie daran, immer nur ein Rad abzunehmen, und es so zu platzieren, dass es Sie während des Wechsels nicht stört. Mit der bereitgelegten Kreide können Sie das abgenommene Rad markieren, um sich seine Position für den nächsten Wechsel zu merken.

8. Setzten Sie nun das neue Rad auf und ziehen Sie die Radmuttern handfest an. Beachten Sie, dass das neue Rad womöglich laufrichtungsgebunden ist, und daher nur auf einer Fahrzeugseite montiert werden darf. Dies erkennen Sie aufgrund einer entsprechenden Markierung mit Pfeil an der Flanke (Außenseite).

9. Bedienen Sie anschließend den Wagenheber, um das Auto wieder herabzulassen und ziehen sie die Radmuttern bis zum Drehmoments-Anzug an. Eine Überprüfung des Luftdrucks ist ebenfalls zu empfehlen.

Drehmomentschluessel

Sie müssen den Drehmomentschlüssel nutzen, um die Radschrauben bis zum optimalen Drehmoments-Anzug festzuziehen. Diesen können Sie normalerweise in der Bedienungsanleitung ihres jeweiligen Fahrzeugs nachlesen. Der Radwechsel ist abgeschlossen, sobald sie die abgenommenen Reifen fachgerecht eingelagert haben. Einige Autowerkstätten bieten diesen Service ebenfalls an.

Winterreifen, Sommerreifen oder Allwetterreifen?

Winter-, Sommer- oder doch Allwetterreifen? Welche Art von Reifen ist für Ihren PKW am besten geeignet? In welchem Fall sollten Sie einen eigenen Satz an Winter- und Sommerreifen haben, wann reicht ein simpler Satz an Allwetterreifen aus?

Während die Winter- und Sommerreifen ursprünglich in erster Linie für unsere Klimazonen entwickelt wurden, tauchte der Allwetterreifen vor allem in Regionen nahe dem Äquator auf. Aufgrund ihrer besonderen Beschaffenheit und Bauweise handelt es sich dabei um Winterreifen, die mit Sommerreifeneigenschaften ausgestattet wurden. Sie bestehen bei großer Hitze, keilen sich aber dennoch in Eis und Schnee fest. Grundsätzlich können Sie Allwetterreifen bei jedem Wetter nutzen, sollten sich jedoch trotzdem auf verschiedene Witterungsverhältnisse gesondert einstellen. Bei einem besonders heißen Sommer oder einem extrem stürmischen und verregneten Herbst, empfehlen wir Ihnen den Sommerreifen als ernstzunehmende Alternative. Das Gleiche gilt für den Winterreifen in besonders kalten, verschneiten oder eisigen Wintermonaten. Auch der Verschleiß ist bei saisonalen Reifen geringer. Häufig werden Allwetterreifen– auch Alljahresreifen genannt – von Personen genutzt, die ihr Auto nur sehr selten nutzen. Sie können Werkstattbesuche somit teilweise vermeiden. Zusammengefasst sind Allwetterreifen also gerade für regelmäßige Autofahrer eher ein Kompromiss als eine gute Lösung

Reifen fachmännisch einlagern

Die richtige Reifenlagerung ist essenziell für einen schnellen und reibungslosen Reifenwechsel. Ein paar einfache Schritte und Vorgaben sollten Sie dementsprechend immer beherzigen, um im nächsten Sommer oder Winter keine größeren Kosten zu riskieren.

Beschädigte Reifen sollten Sie dementsprechend immer fachgerecht entsorgen. Bitte montieren Sie nur Reifen, die sich in einem guten Zustand befinden, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten. Außerdem sollten Sie die Reifen nach einem Wechsel gründlich reinigen und trocknen. Dies verhindert, dass eventuelle Schmutzablagerungen die Gummi-Hülle des Reifens beschädigen und für eine böse Überraschung beim nächsten Reifenwechsel sorgen. Achten Sie hier darauf, dass Sie die Reifen anschließend neu kennzeichnen, beispielsweise „VR“ für „vorne rechts“ und „HR“ für „hinten rechts“. Hier hilft Ihnen Kreide oder ein einfacher Zettel, den Sie zwischen die gestapelten Reifen klemmen können. Zuzüglich dessen, sollten Sie den Reifendruck auf 0,5 Bar über den vom Hersteller vorgesehenen Standarddruck erhöhen. Während der stillen Liegezeit verliert der Reifen ebenso an Druck wie während der Fahrt. So stellen Sie sicher, dass der Reifen beim nächsten Aufziehen noch immer genügend Druck hat.

Der beste Ort, um Ersatzreifen zu lagern, ist kühl, dunkel und trocken. Der Keller, sofern abgedichtet, eignet sich außerordentlich gut. Natürlich ist eine Garage ebenfalls eine sinnvolle Alternative. Allerdings sollten Sie hier zuvor sicherstellen, dass keine Feuchtigkeit an die Gummi-Beläge gelangen kann. Falls Sie sich nicht sicher sind, können Sie die Reifen auch einzeln in Kunststofftüten verschließen und lagern.

Reifenlager

Häufig gestellte Fragen

Die Frage, wie oft Sie die Reifen Ihres Autos wechseln sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Vielmehr spielen eine Reihe verschiedener Faktoren mit, die es zu berücksichtigen gilt. Grundsätzlich gilt, dass Sie je nach Saison mit Sommer- oder Winterreifen unterwegs sein sollten. Diese besitzen einen Marker für die Mindestprofiltiefe an einem oder mehreren Punkten der Lauffläche. Hier gilt:

  • Ist das Reifenprofil höher als jenes des Markers, ist die Profiltiefe noch ausreichend. Bei Winterreifen liegt der Grenzwert bei 4 mm, bei Sommerreifen bei 1,6 mm.
  • Liegen Marker und Profilfläche auf einer Höhe, ist es höchste Zeit, die Reifen zu erneuern. Es ist zudem möglich, dass Sie Winterreifen auch mit einer geringeren Profiltiefe als 4 mm nutzen können – allerdings nur als Sommerreifen (dafür aber mit wesentlich schlechteren Laufeigenschaften als richtige Sommerreifen).

Darüber hinaus sollten Sie, unabhängig der Profiltiefe, die Reifen Ihres Kfz generell regelmäßig erneuern, da der Gummi mit zunehmendem Alter rissig, porös und hart wird. Dadurch verschlechtert sich die Performance bereits nach wenigen Jahren. Aus diesem Grund ist es ratsam, spätestens nach 4-5 Jahren neue Reifen aufzuziehen.

Ein wichtiges Kriterium für den Reifenwechsel ist außerdem die Unversehrtheit der Pneus. Erkennen Sie Schäden an den Reifen, sollten Sie zeitnah einen Profi einen Blick darauf werfen lassen. Vielen Problemen, beispielsweise der berüchtigten Sägezahnbildung, liegen nämlich meist weitere Ursachen zugrunde, die es zu beheben gilt.

Die Zeiten, in denen der Reifenwechsel noch in den meisten Fällen selbst vom Fahrzeugbesitzer durchgeführt wurde, gehen langsam dem Ende zu. Die Reifen vom Fachmann wechseln zu lassen bringt nämlich gleich mehrere Vorteile und ist meist kostengünstiger als zunächst angenommen.

Reifen wechseln lassen können Sie nicht nur in der Kfz-Werkstatt Ihres Vertrauens. So gut wie alle Reifenhändler bieten diesen Service an und haben meist sogar Kapazitäten, Ihre Sommer- oder Winterreifen bis zur nächsten Verwendung einzulagern. Außerdem bieten die Niederlassungen von ÖAMTC und ARBÖ den Reifenwechsel als Dienstleistung an. Der Reifenwechsel beim Profi bringt demnach auch Mehrwert. Die Gummis werden nicht nur gewechselt, sondern auch auf Abnutzung, Beschädigung und ausreichende Profiltiefe geprüft.

Je nach Fahrzeug sind gesetzlich unterschiedliche Mindestprofiltiefen für Reifen vorgeschrieben. Außerdem wird zwischen Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen unterschieden. Bei Pkw, Lkw bis 3,5 t und Motorrädern liegt die Mindestprofiltiefe bei Sommerreifen bei 1,6 mm. Dieser Wert gilt außerdem für Anhänger bis 3,5 t. Liegt das maximal zulässige Gesamtgewicht jenseits der 3,5-Tonnen-Marke, gilt eine Mindestprofiltiefe von 2 mm.

Bei Winterreifen liegt der Wert für Pkw und Lkw bis 3,5 t bei mindestens 4 mm bei Radialreifen oder 5 mm bei Diagonalreifen. Ebenfalls gelten diese Mindestprofiltiefen für Ganzjahres-, Allwetter-, Eis- und Spikereifen. Für Lkw ab 3,5 t ist eine Mindestprofiltiefe von 5 mm (Radialreifen) beziehungsweise 6 mm (Diagonalreifen) gesetzlich vorgeschrieben.

Die Winterreifenpflicht in Österreich gilt vom 1. November bis zum 15. April des Folgejahres – für Pkw (mit Anhänger) sowie für Klein-Lkw. Diese schreibt vor, dass Fahrzeuge bei winterlichen Fahrbedingungen entsprechende Reifen benötigen.

Auf der sicheren Seite sind Sie demnach mit Winterreifen, welche auf Schnee, Matsch und Eis die besten Fahreigenschaften aufweisen. Zudem müssen diese die Bezeichnungen M+S, M.S. oder M&S aufweisen sowie über eine Profiltiefe von 4 respektive 5 mm verfügen. Reifen mit Schneeflockensymbol sind ebenfalls zulässig, wobei diesen aber schlechtere Traktionswerte zugeschrieben werden.

Sommerreifen stellen im Winter bestenfalls eine Notlösung dar. Es ist möglich und gesetzlich erlaubt, bei vollständiger Schneefahrbahn Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsräder zu montieren. Die sogenannte situative Winterreifenpflicht besagt jedoch auch, dass Sie bei guten Straßenverhältnissen mit Sommerreifen unterwegs sein dürfen – beispielsweise bei Sonnenschein, trockener Fahrbahn und Temperaturen im Plusbereich.

Beim Reifenwechsel können einige Fehler passieren, und da Reifen zu den mitunter wesentlichsten Bauteilen eines Kfz zählen, sollten Sie beim Tausch mit Bedacht vorgehen:

  • Legen Sie sich bereits im Vorfeld alle notwendigen Werkzeuge wie Wagenheber, Drehmomentschlüssel, Radmuttern und natürlich die Felgen mit Reifen zurecht.
  • Vergessen Sie keinesfalls, die Handbremse zu ziehen und den ersten Gang einzulegen beziehungsweise die Automatik auf Parkposition zu stellen.
  • Lockern Sie mit dem Radkreuz die Radmuttern um etwa eine halbe Umdrehung, bevor Sie Ihr Fahrzeug anheben. Ansonsten könnte das Kfz schlimmstenfalls von der Aufnahme des Wagenhebers abrutschen.
  • Achten Sie auf den korrekten Sitz des Wagenhebers. Nicht jedes Modell können Sie an jeder beliebigen Stelle an der Karosserie verwenden. Halten Sie nach einem Falz Ausschau, an welchem Sie den Wagenheber ansetzen können.
  • Markieren Sie gegebenenfalls mit Kreide die Position des jeweiligen Rades am Fahrzeug, sodass Sie dieses wieder an derselben Stelle montieren können.
  • Montieren Sie die neuen Räder unter Berücksichtigung der Laufrichtung und des notwendigen Drehmoments. Bei Alufelgen ist dieser in der Regel weit geringer als etwa bei Stahlfelgen.
  • Prüfen Sie den Sitz der Räder nach der ersten Fahrt und ziehen Sie die Radmuttern gegebenenfalls noch einmal nach.